
Ode an einen Fleischklops
An jedem Tag, in jeder Minute und in jeder Sekunde schlägt mitten in meinem Brustkorb ein Muskel. Seit meinem ersten Atemzug. Ganz gleich, ob ich glücklich, traurig, krank, wach oder verschlafen bin: Für den großen Fleischklops mit seinen Kammern und Arterien gibt es keine Pause.
Niemals. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem die ganze Menschenmaschine ihren Geist aufgibt. Bis dahin wird dieses Herz weiterschlagen. Allein diese Tatsache ist so unwahrscheinlich, dass sie beispielhaft ist für das ganze Wunder der menschlichen Existenz. Warum soll ich mich über den Idioten im Auto vor mir aufregen? Ist doch egal, ich hab schließlich mein Herz. Konto überzogen? Scheiß drauf, ich hab doch mein Herz. Das Gemüse im Kühlschrank ist schon wieder vergammelt. Naja, ess ich eben Nudeln, mein Herz hab ich ja immerhin immer noch.
Das Leben als solches ist irgendwie auch gut.